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Für unsere Kunden ist uns kein Weg zu weit. So führte es uns jüngst nach Japan. Neben zahlreichen spannenden Messeeindrücken, umfassenden Interview-Notizen und unzähligen Fotos neuester Maschinen-Innovationen kehrte das Zweiergespann aus Redakteur und Pressefotograf mit einer ganzen Bandbreite fernöstlicher Impressionen zurück. Wie sich die beiden geschlagen haben und was es mit dem Hauspuschen-Protokoll und der Visitenkarten-Etikette auf sich hat, erfahren Sie hier.

Der Auftrag

Von Hamburg aus ging es über Helsinki nach Nagoya in Japan. Die Hafenstadt ist mit ihren 2,3 Millionen Einwohnern eines der größten Industriezentren Japans und der Hauptsitz unseres Kunden Okuma. Der Kern der Produktion des Werkzeugmaschinenherstellers liegt im wenige Kilometer entfernten Ōguchi. Dorthin führte es auch unser PR-Team, denn die Stadt in der Präfektur Aichi war der Schauplatz gleich mehrerer Meilensteine für Okuma. Neben der zweijährlichen Hausmesse, bei der die neuesten Werkzeugmaschinen und Technologien präsentiert wurden, fanden dort die Feierlichkeiten zum 120-jährigen Jubiläum des Unternehmens statt. Eines der größten Highlights für die über 8000 Messebesucher war zweifelsohne die Besichtigung der neueröffneten Smart Factory „Dream Site 2“.

Gelebte Industrie 4.0

Unbemannte, vollvernetzte Fertigung.

Eine vollautomatische, robotergestützte Fertigungsszelle in der Okuma Smart Factory

Die vollautomatisierte Anlage setzt neue Maßstäbe in Sachen Industrie 4.0 und ist somit prädestiniert für einen spannenden Fachartikel. Im persönlichen Gespräch mit den Ingenieuren recherchierte unser Redakteur die Spezifikationen der High-Tech Fabrik während unser Fotograf die zahlreichen Roboter-gestützten Fertigungszellen, vollautomatischen Transportfahrzeuge und Displays mit den neuesten Software- und Steuerungslösungen ablichtete. Das Ergebnis dieses eindrucksvollen Besuchs gibt es derzeit in der internationalen Fachpresse zu begutachten.

Exklusives Interview

Werkzeugmaschinen-Visionär Yoshimaro Hanaki

Yoshimaro Hanaki, Präsident und CEO der Okuma Corporation im Interview mit AzetPR

Unserem Team wurde zudem die große Ehre zuteil, auf der Messe ein seltenes Interview mit Yoshimaro Hanaki, dem Präsidenten und CEO der Okuma Corporation, zu führen und mit ihm über die Bedeutung von Industrie 4.0 sowie die Zukunft der Werkzeugmaschinenindustrie zu sprechen – renommierte Fachmagazine in ganz Europa ließen es sich nicht nehmen, das Gespräch mit dem Okuma-Visionär zu drucken.

„Shabu-Shabu“

Im Kontrast zum hektischen Messealltag wurde am Abend von den japanischen Gastgebern in ein traditionelles Restaurant zum „Shabu-Shabu“ eingeladen. Dabei handelt es sich um eine Art japanisches Fondue, bei dem hauchzarte Rindfleischscheiben und diverse Gemüsesorten per Stäbchen für einen kurzen Moment durch einen Topf mit siedender Brühe gezogen werden. Dieser ‚kurze Moment‘ währt im Idealfall so lange, wie es dauert, das Gargut zweimal, jeweils begleitet von dem Wort „Shabu“, durch den Topf zu ziehen; „Shabu-Shabu“ eben – Japanisch ist ein Kinderspiel.

Hölzerne Handhabe handlichen Holzbestecks

So hielt sich unser Redakteur zu diesem Zeitpunkt auch für einen Profi in Sachen Essstäbchen, hatte er doch bereits im Vorfeld der Reise geübt und sich mit den Sitten vertraut gemacht. Niemals hätte er deswegen die Stäbchen hochkant in eine Schüssel gesteckt, wohlwissend, dass das Einheimische an einen japanischen Beerdigungsritus erinnert. So verwunderte es umso mehr, dass sein – in der eigenen Wahrnehmung einigermaßen routiniert wirkender – Umgang mit dem traditionellen Holzbesteck eher kritisch beäugt wurde: „Mit der Kraft, die Sie aufwenden, um die Dinger zu halten, hätten Sie das Rind auch selbst erlegen können“, hieß es vom italienischen, Japan-erfahrenen Tischnachbarn. Nun gut. Man lernt täglich dazu.

„Puschen-Protokoll“

Zum Shabu-Shabu gab es neben den unzähligen Beilagen auch jede Menge Bier und Spirituosen. Der Getränkekonsum legte ein Kuriosum der japanischen Kultur offen: So unterscheidet man dort streng zwischen „reinen“ und „unreinen“ Orten. Und da nun einmal alles, was man oben hineinschüttet, irgendwann wieder raus möchte, stellte sich bald auch die Frage nach dem „stillen Örtchen“. Traditionsbewusst hatte man bei Betreten des Restaurants die Straßenschuhe abgelegt. Wollte man nun das WC aufsuchen, musste man darauf achten, die vor den Örtlichkeiten bereitgestellten Hausschuhe anzuziehen. Diese galt es dann nach vollbrachter Tat zurück an ihren Platz zu stellen (Extrapunkte gibt es, wenn man sie für potentielle Nachfolger direkt Einstiegsbereit mit der Öffnung nach vorne positioniert) und sich dann auf Socken wieder den Weg in die ‚reinen‘ Räumlichkeiten des Etablissements zu bahnen. Die Fallstricke dieses Puschen-Protokolls umging AzetPR gekonnt.

Visitenkarten-Etikette

Diesem ausgelassenen Abend folgte ein weiterer Messetag, mit ausführlichen Interviews zu den neuen Werkzeugmaschinen und Automatisierungslösungen des Kunden. Stets darauf bedacht, einen Fauxpas bei den auf Höflichkeit bedachten Japanern zu vermeiden, meisterte das AzetPR-Team beim Kennenlernen eines jeden neuen Kontakts die Visitenkarten-Etikette. So gilt es in Japan als unhöflich, die papiergewordenen Identitätsstifter kommentarlos in die Jackentasche zu stecken. Stattdessen betrachtet man sie für einen kurzen Moment (drei bis fünf „Shabus“ schienen ein guter Mittelwert), bevor man sie mit dem gebührenden Respekt unzerknitterter Weise in die Brieftasche steckt. Dies gelang beinahe ausnahmslos – und Fotografen verzeiht man ja ohnehin eine Menge.

Nach einem langen Messetag und einem Abschiedsessen endete der offizielle Teil der Reise für AzetPR. Das Team nutzte die Gelegenheit, das Land an einigen angehängten Urlaubstagen noch weiter zu erkunden. So rundeten die Neonlichter Tokios, das vergleichsweise gediegene Stadtbild von Osaka und die jahrhundertealten Tempel Kyotos die Reise ab.

Und ganz plötzlich, so schien es, war man wieder zu Hause.

– schneller als man „Shabu-Shabu“ sagen kann.